Der Name ist Programm

Oder wie weit ist mein Name mit meinem Selbst verbunden?


Versuche, meinem ICH auf die Spur zu kommen.

Seit 50 Jahren gibt es meinen Namen doppelt, also zweimal. Mit meiner Geburt gesellte ich mich als kleine Oda zur großen Oda, die meine leibliche Tante ist. Es gab fortan auf dieser Erde zwei Oda Meubrink. Beide in meiner Familie. Weitere Menschen mit dem Namen Oda Meubrink sind nach ausführlichen Recherchen weltweit nicht zu finden. Mit einem außergewöhnlichen Vor- und Nachnamen ausgestattet zu werden ist schön und auch manchmal nicht. Viele wundern am Normalsten herum, das Du hast: an Deinem Namen. Dein Name ist das Erste, was Du BEKOMMST, alles andere bringst Du ja bekanntlich bereits mit.

Mein Name ist Oda Meubrink. Wer bin ich?

Wie mein Name mein Programm wurde


Ich bekam einen Namen. Doch wer bin ich?
Ich bekam einen Namen, von dem andere Menschen außerhalb meiner Familie annehmen, dass er einzigartig oder zumindest doch höchst selten ist. Sie hören ihn und testen die Aussprache. Das kommt mir drollig vor, schon seit ich mich erinnere. Sie wundern allesamt an der deutschen Herkunft und an der altgermanischen Bedeutung herum. Und wie besonders doch mein Name sei.

Ich wußte es besser. Ich war die zweite Oda in meiner sehr weitläufigen Familie. Der Name ist für mich also nichts besonderes. Jeder kannte ihn. Und zur allgemein besseren Unterscheidung bürgerte sich im Sprachgebrauch meiner Familie schnell ein, mich Kleine Oda und die Tante Große Oda zu nennen.

Klein Oda wurde groß. Mit der Körpergröße wuchs das Unbehagen über diese für mich sehr unglückselige Situation. Ich begann meinen Namen herabzuwürdigen. Wer nennt seine Tochter schon Oda und dann noch bei diesem Familiennamen…? In meiner Familie sind seltene Vornamen überhaupt nicht selten. Jeden gibt es genau einmal. Oda gibt es zweimal.

„Nie gehört!“ Die staunenden und wundernden Nachfragen, wenn ich mich irgendwo vorstellen musste, begannen mir peinlich zu werden, mich zu nerven. Ich begann mich zu fragen, ob ich anders heißen möchte. Da kam keine Antwort. Wer bin ich? Oda? Einfach Oda?

Mit der Zeit begann ich sogar aggressiv auf ‚kleine Oda‘ zu reagieren. Ich war doch längst um einen Kopf größer, hatte auch einen guten Beruf und eine eigene Familie und blieb doch die Kleine Oda. Es begann mich so zu nerven, dass es innerhalb mir und meiner Eltern zu einigen Spannungen kam. Ich fühlte mich als Kleine Oda nicht wertgeschätzt. Streitereien mit engeren Familienmitgliedern folgten. Ich blockierte. 50 Jahre, mehr oder weniger…

Warum nannten meine Eltern mich so? Diese Frage stellte ich ihnen mein Leben lang und die Antwort war für mich umso verwirrender. Sie hätten mich zu Ehren einer Primaballerina benannt, die sie beide sehr bewunderten. Komisch, wenn eine der geliebten jüngeren Schwestern meines Vaters auch so heißt!!! Ich habe es meinen Ellies schlicht nicht abgenommen.

Es kam die Zeit des Internet, in dem wir alle unsere Spuren hinterlassen. Es vergingen die Jahre. Ich begann meinen Weg als Heilpraktikerin und begegnete eines Tages einem interessanten Hinweis. Jemandem war im world wide web aufgefallen, dass Dr. med. Oda Meubrink angeblich in einer Berliner XY-Straße wohnte und wollte wissen, ob ich dort noch zu finden sei und außerdem, sei das ja auch ganz gut, weil ich doch Ärztin sei….

Wie bitte? Nochmal! WIE BITTE? Nun war der Namenssalat perfekt.
Wer ist ODA? Wer bin ich?

In dieser Straße war ich bestenfalls damals bei Oda zum Kaffeetrinken. Ich wohnte und arbeitete dort niemals. Meine pensionierte Tante Dr. med. Oda Meubrink ist studierte Schulmedizinerin und trägt ihren Doktortitel als Namenszusatz zu Recht. Ich dagegen hatte einst Betriebswirtschaft studiert und in Industrie und Handel Erfahrungen gesammelt, bevor ich mich auf meinen Weg als Heilerin machte und Medizin im Selbststudium lernte.

Die Leute dachten also nun, ICH sei Ärztin? Was für ein Unfug, allein weil ich Oda Meubrink bin und zwar die ECHTE! An Etikettenschwindel war ich nicht interessiert! Ich begann selbst zu realisieren, dass die Leute nicht mehr durchsahen. Wer ist Oda Meubrink? Immer wieder bemühte ich mich vergeblich darum, dass meine Eltern mir den wirklichen Grund für meinen seltsamen Namen verrieten. Es quälte mich.

Ich erinnerte mich an den früher gebräuchlichen Namenszusatz „die Ältere (Abkürzung: d.Ä.)“ und „die Jüngere (d.J.)“ etwa wie bei Lukas Cranach, dem Älteren und dem Jüngeren, mit denen ich ganz nebenbei über reichlich 15 Generationen sogar verwandt bin. Juristisch durchaus möglich, musste ich einsehen, dass die Verwendung dieser Namenszusätze heute komplett ungebräuchlich ist. Niemand versteht sie, korrekt als Kürzel verwendet.

Familienstellen und Hypnose brachten mich immerhin dazu, mit meiner gleichnamigen Tante über meine Schwierigkeit unseres gemeinsamen Namens zu sprechen. Ich fand einen Weg meine Angst zu überwinden und sprach Oda an. Sie wirkte dabei überaus erstaunt und gab mir zu verstehen, dass es für sie kein Problem sei. Weder unsere Namensgleichheit noch mich nicht weiter Kleine Oda zu nennen – zumindest nicht in meiner Anwesenheit, denn sie hat es nie wieder getan. Danke Oda!

Ich wurde hartnäckiger, ich wollte es wissen und bohrte bei meinen Eltern nach, warum sie mir diesen Namen gaben und auf diese Weise für mich soviel Verwirrung stifteten.
Irgendwann gestanden sie mir im Chor: „Wir fanden den Namen Oda einfach schööööön.“ So einfach!

So gibt es zwei Oda Meubrink, beide ganz einzigartig. Und wir kennen uns! Das ist phantastisch!

Über die Zeit begriff ich, dass Oda mich auf Augenhöhe sieht, obwohl sie im wirklichen Leben eher hochschauen muss. Danke Oda!
50 Jahre habe ich gebraucht, um zu verstehen, dass ich die große Oda UND die kleine Oda selbst bin. Und 50 Jahre habe ich gebraucht, um zu verstehen, dass auch meine Tante Oda ihre eigene kleine Oda und ihre eigene große Oda durch ihr eigenes Oda-Leben trägt. Im Verstand hat es klick gemacht und mein Herz wurde in diesem Moment ganz friedvoll und öffnete sich für ODA. Meine Oda, die große, die kleine, die ganze und die heile!

Dazu musste ich erst 50 Jahre daran herum machen !!!

Möchte ich einen anderen Namen? NEIN ! Oda Meubrink ist mein Name, basta. Ein schöner Name. Und das Schönste ist, wer den Namen einmal drauf hat, vergißt ihn nicht mehr.

Meine Heilpraxis habe ich OdaNora genannt, weil Nora mein Sternenkind war. Ich nannte sie so, weil ich den Namen schön fand und nun heißt meine Heilpraxis so.

Danke Mama und danke Papa, dass Ihr MICH Oda genannt habt! Eure Oda

Oda Meubrink

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